Das Ende von Windows 10 Mobile für Smartphones

Windows 10 Mobile wird eingestellt Nach zwei Jahren am Markt wird die Entwicklung von Windows 10 Mobile eingestellt. Damit gibt es in Zukunft kein Betriebssystem mehr für Smartphones aus dem Hause Microsoft. Wie kam es dazu und was bedeutet die Ankündigung für die Nutzer?

Im ersten Quartal 2017 beanspruchte Google's Betriebssystem Android einen Marktanteil von gut 86 Prozent und Apple's iOS von gut 13 Prozent. Alle anderen Anbieter teilen sich den verbleibenden Marktanteil von weniger als 1 Prozent. Neben Windows Mobile gibt es zum Beispiel Blackberry OS 10. Alle weiteren Angebote haben eine noch geringe Verbreitung und viele Projekte – wie das quelloffene System von Firefox oder der beliebten Linux-Distribution Ubuntu – wurden wieder eingestellt.

Der geringe Marktanteil zieht einige Aspekte nach sich, die das Betriebssystem für Nutzer uninteressant machen:

  • Geringes Angebot an Apps
    Um auf verschiedenen Plattformen zu laufen, müssen Entwickler von Apps Unterstützung der betreffenden Plattformen einbauen. Microsoft hat einige Anreize für Entwickler geschaffen, aber ohne Erfolg: Das Angebot an verfügbaren Apps für Windows Mobile ist viel geringer als das der Platzhirsche Android und iOS.
  • Wenig Unterstützung anderer Programme
    Um den Aufwand für Programmentwickler gering zu halten, wurde die Basis von PC und Smartphone angeglichen. Auch diese Maßnahme führte nicht zum gewünschten Erfolg, sodass auch das Angebot an Programmen und Anwendungen von Drittanbietern für Windows Mobile gering blieb.
  • Kleines Hardwareangebot
    Durch den geringen Marktanteil verloren auch Hardwareanbieter, wie zum Beispiel HP, das Interesse an einer Kooperation mit Microsoft. Somit ist die Auswahl an Geräten für Windows-Nutzer mit der Zeit immer kleiner geworden.

Da der Marktanteil gering blieb und Bemühungen, die Plattform attraktiver zu machen nicht erfolgreich waren, ist im Oktober 2017 die Entscheidung öffentlich durch Microsoft-Manager Joe Belfiore gemacht worden, dass die Entwicklung am mobilen Betriebssystem nicht weiter fortgeführt wird.

Was bedeutet diese Entscheidung für die Nutzer?

Nutzer, die ihr Smartphone mit Windows 10 Mobile betreiben, können dies zunächst auch weiterhin tun: Es wird sowohl Updates für Fehler als auch für Sicherheitslücken geben. Allerdings werden keine neuen Features oder Support für neue Hardware entwickelt.

Spätestens wenn keine Sicherheitsupdates mehr bereit gestellt werden, sollte ein neues Betriebssystem installiert werden. Wenn Sie noch die Vorgängerversion Windows Phone 8 verwenden, prüfen Sie, ob ein Update auf Windows 10 Mobile möglich ist. Für viele Geräte ist ein Update auf die Nachfolgerversion möglich und empfehlenswert. Der Support für Version 8 ist bereits im Juli 2017 abgelaufen, sodass Sie hierfür keine Sicherheitsupdates mehr erhalten.

Sofern Sie sich ein neues Smartphones anschaffen, ist das der ideale Zeitpunkt für die Umstellung auf ein anderes Betriebssystem. Auf liebgewonnene Microsoft-Apps müssen Sie deshalb aber nicht verzichten: Microsoft investiert darin, Apps für die Plattformen Android und iOS zu unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Outlook für E-Mails, Kalender, Kontakt und Termine, der Messenger Skype sowie die Cloudlösung OneDrive.

Informieren Sie sich vor einem Wechsel, wie Sie Ihre Daten übertragen können. Es stehen einige Tools bereit, um Ihnen die Umstellung zu erleichtern und Daten und Einstellungen von Apps übernehmen zu können. In unserem Smartphonekurs lernen Sie, wie Sie die Umstellung sicher meistern und werden vertraut mit dem Betriebssystem Android.

So ganz aufgeben möchte Microsoft den Smartphone-Markt aber noch nicht. Medienberichten zufolge wird unter dem Codenamen "Andromeda OS" an einem Betriebssystem gearbeitet, das hardwareübergreifend eingesetzt werden kann – und damit auch auf Smartphones. Mit ersten Ergebnissen sei aber nicht vor 2018 zu rechnen.