Zweisprachig aufwachsen

Zweisprachige Kinder - Aufwachsen mit zwei SprachenZweisprachigkeit bedeutet, gleich zwei Muttersprachen zu haben. Diese werden annähernd auf demselben Niveau verinnerlicht und angewandt und helfen dem Kind dabei, ein gutes Bewusstsein für Sprachen zu entwickeln.

 

Bis zu den 60er Jahren bestand die Aussage, dass Kinder mit einer zweisprachigen Erziehung überfordert sind und die starke Konzentration auf Sprachen einen negativen Einfluss auf die anderen Leistungen und Begabungen des Kindes hat. Dies wurde jedoch durch neue Tests widerlegt.

Bei den meisten Kindern gibt es eine starke und eine schwache Sprache. Das heißt, dass eine Sprache noch etwas besser erlernt wird als die andere. Das bedeutet in keinem Fall ein Versagen der bilingualen Erziehung. Vielmehr wird dies durch viele Faktoren beeinflusst und ist nur natürlich:

  1. Welche Sprachen werden in welchem Land gelernt und wie stark sind sie dort vertreten?
  2. Wie ist das soziale Netzwerk aufgebaut?
  3. Wie wirkt das Bildungssystem auf den Sprachgebrauch ein?
  4. Welche Kenntnisse haben beide Eltern in beiden Sprachen?
  5. Wie stark sind die verschiedenen Sprachen verbreitet und angesehen?
  6. Welche Spracherziehungsmethode wurde gewählt?

Der erste Faktor bestimmt natürlich maßgeblich, welche Sprache das Kind am häufigsten hört und im Alltag verwendet. Wächst es beispielsweise in Deutschland auf, die Mutter stammt jedoch aus Frankreich und spricht mit dem Kind von vornherein nur Französisch, während der Vater ausschließlich Deutsch mit dem Kind spricht, so wird die stärkere Sprache höchst wahrscheinlich Deutsch werden, da sie das Kind außerhalb der Familie ständig umgibt. Weiterhin ist es ein wichtiger Faktor, ob alle anderen Verwandten und Freunde ebenfalls Französisch oder nur Deutsch mit dem Kind sprechen und ob in der Schule Französisch unterrichtet wird. Findet die Sprache dort jedoch keine Unterstützung, so ist dies ein weiterer Grund dafür, dass Französisch die schwächere Sprache wird. Darüber hinaus spielen natürlich die Sprachkenntnisse der Eltern und die Verbreitung eine große Rolle. Ist die Sprache weit verbreitet, wird sie häufiger angewandt und bietet dem Kind einen größeren Mehrwert.

Weiterhin gibt es verschiedene Modelle, um ein Kind zweisprachig zu erziehen. Diese werden Ihnen im Folgenden kurz vorgestellt.

Verschiedene Strategien

Zum einen ist eine Sprachaufteilung möglich. Bei dieser Methode spricht ein Elternteil beispielsweise ausschließlich Deutsch mit dem Kind und das andere Elternteil ausschließlich Französisch. Natürlich muss es sich hierbei nicht nur um ein Elternteil handeln. Es ist ebenso möglich, dass ein Au Pair das Kind bei der Sprachentwicklung betreut. Von großer Bedeutung ist es jedoch, klar zu trennen, wer welche Sprache mit dem Kind spricht und sich strikt daran zu halten, um Verwirrungen zu vermeiden.

Wenn die Eltern wissen, dass das Kind ein positives Umfeld hat, das es häufig sieht und betreut, kann auch das Prinzip der Familien- und Umfeldsprache gewählt werden. In diesem Fall sprechen die Eltern ausschließlich eine Sprache mit dem Kind, während die andere (meistens die Landessprache) von dem Umfeld vermittelt wird.

Es ist ebenfalls möglich, die Sprache je nach Ort und Situation zu verändern. So kann am Wochenende, im Auto oder in jedem Urlaub eine bestimmte Sprache gesprochen werden. Wichtig ist jedoch, dass das Kind diese Situationen klar erkennt.

Je nach Alter des Kindes ist es ebenfalls möglich, die Strategien zu variieren oder anzupassen.

Vor- und Nachteile einer zweisprachigen Erziehung

Eine zweisprachige Erziehung hat in jedem Fall Vorteile für ein Kind:

  • Das Beherrschen von zwei Sprachen auf dem Niveau eines Muttersprachlers
  • Die Entwicklung eines guten Sprachgefühls
  • Vorteile beim Erlernen weiterer Fremdsprachen
  • Gute berufliche Chancen durch eine zunehmende Internationalisierung der Unternehmen
  • Die Entwicklung eines Verständnisses für kulturelle Unterschiede

Jedoch kann es auch Nachteile haben, ein Kind bilingual zu erziehen. Werden die Erziehungsstrategien falsch angewandt, sind Probleme mit beiden Sprachen möglich. Darüber hinaus ist es von Vorteil, das Kind ganz ohne Druck zu erziehen, da es ansonsten sein kann, dass es sich der Sprache verweigert, mit welcher es negative Emotionen verknüpft.

Zudem ist es wichtig, dem Kind beizubringen, an welchen Orten und zu welchen Personen es in welcher Sprache sprechen sollte. Ansonsten ist es möglich, dass das Kind von anderen gehänselt wird, weil es eine andere Sprache spricht, die sie nicht verstehen.

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