Rechtschreibung 2.0

Rechtschreibung

Die gute Nachricht: Heute schreiben Schüler lebendiger und interessanter als früher. Die schlechte: Rechtscheibfehler haben zugenommen. Lesen Sie, woran das liegt und was sich dagegen tun lässt.

1. Die Tücken der Anlauttabelle:
Gleich am ersten Tag lenern Schulanfänger die Anlauttabelle kennen. A wie Apfel, B wie Bär - wer das Prinzip verstanden hat, weiß bald, wie er sich aus Lauten Wörter bauen kann. Das ist wunderbar, weil es selbständig macht.

Allerdings: Die Beispiele für die Laute in der Tabelle sind nicht immer klug gewählt. Heißt es zum Beispiel "i" wie Igel oder "i" wie Tiger merkt sich jedes lernwillige Kind: Wenn ich "i" höre, schreibe ich "i". Tatsächlich schreiben wir im Deutschen aber 70 Prozent aller langen i-Laute als "ie". Die zweitgrößte Gruppe wird "ih" geschrieben und nur der kleinste Teil als einfaches "i", eben wie bei Igel oder Tiger.

Tipp für Eltern: Erklären Sie Ihrem Kind, das unsere Schriftsprache auf Lauten aufgebaut ist, die man kennen muss. Aber um ein guter Rechtschreiber zu werden, muss man sich jedes Wort auch ganz genau anschauen. Denn ob ein lang gesprochenes "i" nun "ie" oder "ih" oder doch bloß "i" geschrieben wird, hat auch damit zu tun, wie das Wort am besten aussieht. Deshalb spricht man von Wortbild. Und genau das merken sich kleine Rechtschreibprofis. Wenn sie einen eigenen Text lesen, überprüfen sie die Richtigkeit der Wörter nicht nach Regeln, sondern danach, ob sie richtig aussehen. Ist das nicht der Fall, vergleichen sie das gespeicherte Wort mit dem geschriebenen Wort und korregieren es.

 

2. Die Tücken der Rechtschreibregeln:
Man könnte denken, dass diejenigen Schüler, die alle wichtigen Regeln beherrschen, gute Rechtschreiber sind. Doch das Gegenteil trifft oftmals zu. Gerade die schwachen Kinder können die Regeln oft besonders gut, sie helfen ihnen nur nicht beim Schreiben.

Ihnen fehlt die Strategie der Rechtscheibprofis: Die arbeiten immer mit den Wortbildern, und erst, wenn sie immer noch unsicher sind, rufen sie sich die dazu passenden Rechtschreibregeln ins Gedächstnis, um das Wort zu überprüfen.

Tipp für die Eltern: Falls Ihr Kind einen Regelwust im Kopf hat, nehmen Sie ihm den Druck, dass es glaubt, jedes Wort damit abklopfen zu müssen. Konzentrieren Sie sich stattdessen gemeinsam auf die Wortbilder.

 

3. Die Tücken der Diktate:
Wenn es so viele Probleme mit der Rechtschreibung gibt, wären dann nicht Diktate die Lösung? Leider nein. Diktate verwirren die Schüler eher, weil in den meisten Diktattexten genau die Rechtschreibphänomene geübt werden, die selten vorkommen. Etwa: "Schon von Weitem hörte man das Knacken und Herunterfallender Äste." Daraus lernt ein Kind, Verben schreibt man groß, und das ist Quatsch.

Tipp für Eltern: Bestärken Sie Ihr Kind darin, freie Texte zu schreiben. Freie Texte sind nicht künstlich erschwert. Allerdings werden Sie gerade bei einem Schreibanfänger viele Fehler entdecken. Setzen Sie sich trotzdem immer zuerst mit dem Inhalt auseinander und geben Sie sich Mühe, alles zu entziffern. Ganz wichtig: Ihr Kind nimmt Ihren Rat nur an, wenn es ihn hören will. Fragen Sie es deshalb, ob es noch ein paar Tipps zur Rechtschreibung haben möchte, bevor Sie loslegen.

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