Tipps gegen Zeugnisangst

Tafel Bewertungen ZeugnisSchon lange vor dem Zeugnistag werden die Weichen gestellt, wie ein Kind auf schlechte Noten reagiert. Ganz besonders deutlich wird der Umgang mit schlechten Noten allerdings erst dann, wenn der "Tag der Wahrheit" gekommen ist. Unsere sechs Tipps sollen dazu beitragen, dass keine Angst entsteht, Ihr Kind nicht an sich zweifelt und sich seine Leistungen in Zukunft verbessern.

  1. Übertragen Sie Ihre eigenen Ängste nicht auf Ihr Kind. Die Sorge vieler Eltern um die Zukunft der Kinder ist verständlich, aber nicht hilfreich. Darüber hinaus ist sie für Kinder auch kaum nachvollziehbar. Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit! Welchen Stellenwert hatte für sie die gesamtwirtschafltiche Situation oder der spätere Beruf? Ebenso hinderlich ist es, wenn Eltern sich für ein schlechtes Schulzeugnis ihres Kindes schämen. Kinder gehen sowieso früher oder später ihren eigenen Weg.
  2. Sprechen Sie in klaren Ich-Botschaften. Wenn Sie mit den Zeugnisnoten Ihres Kindes nicht einverstanden sind, können Sie das natürlich äußern. Schieben Sie die Sorgen oder den Ärger aber nicht auf andere ("Oma wird enttäuscht sein"), sondern sprechen Sie unbedingt in der Ich-Form. Es ist für Ihr Kind schon schwierig genug, sich mit Ihren Bedenken auseinanderzusetzen. Klare Ich-Botschaften sind zum Beispiel: "Ich hab gedacht, dein Zeugnis wird etwas besser. Lass uns sehen, woran das liegt, und gemeinsam lernen" oder "Ich würde dir gerne helfen, deine Noten zu verbessern. Was können wir gemeinsam tun?"
  3. Schleppen Sie den Ärger nicht durch die Sommerferien. Wenn Sie Ihre Einschätzung geäußert haben, verbessert eine ständige Wiederholung die Situation nicht, sondern erhöht nur den Druck. Nehmen Sie sich am Zeugnistag oder in den Tagen danach Zeit, um über die Noten zu sprechen. Am sinnvolllsten ist es, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Lernvereinbarung entwickeln, die dann nach und nach umgesetzt wird. Sobald diese Vereinbarung getroffen ist, sollte Sie das Thema Zeugnis beenden.
  4. Erkennen Sie Leistungen an. Bestimmt sind nicht alle Noten im Zeugnis Ihres Kindes schlecht. Lassen Sie eine vollkommen negative Sichtweise nicht zu, und benennen Sie auch die guten Leistungen. Vielleicht sind die Nebenfächer erfreulich? Oder es steht eine positive Bemerkung im Zeugnistext? Es ist wichtig, dass Ihr Kind seine Motivation nicht verliert und nach den Ferien wieder optimistisch in die Schule geht. Nur so kann es seine schlechten Leistungen verbessern.
  5. Suchen Sie die Ursache für schlechte Noten. Auch wenn Zeugnisnoten sicherlich nicht immer gerecht sind: Die Lehrer Ihres Kindes müssen alle Noten auch begründen können. Hat das Zeugnis Ihres Kindes  Sie überrascht? Fragen Sie dann nach den Ferien unbedingt nach, wie die Noten zu Standen gekommen sind. Vielleich versteckt sich dahinter eine Teilleistungsstörung wie Legasthenie oder Dyskalkulie? Möglicherweise ist Ihr Kind auch über- oder unterfordert, oder es macht gerade eine schwierige Phase in der Klassengemeinschaft durch? Wenn Sie die Ursachen aufdecken, können Sie gezielt an einer Verbesserung arbeiten.
  6. Planen Sie überschaubare Zeiträume. Am schnellsten überwindet Ihr Kind die Enttäuschung über schlechte Noten, wenn es eine Perspektive entwickelt. Sprechen Sie also unbedingt darüber, wie es nach oder in den Ferien weitergeht. Machen Sie Ihrem Kind Mut:"Jetzt sind die Noten nicht so berauschend, aber nach den Ferien üben wir jeden Sonntag Mathe, dann wirst du bestimmt bald besser." Mit so einer Aussage schöpft Ihr Kind nicht nur wieder Hoffnung, es erfährt auch Ihre Unterstützung. Es kann sich von seiner Enttäuschung leichter lösen und die Sommerferien genießen.

Bei allen Tipps geht es letztlich darum zu vermeiden, dass Ihr Kind eine Lernblockade aufbaut und keinen Sinn mehr darin sieht, sich weiter anzustrengen. Mit dieser Entwicklung beginnt nämlich ein unheilvoller Teufelskreis aus Misserfolgserwartungen und tatsächlichen Misserfolgen, die wiederum die negativen Erwartungen verstärken. In diesem Teufelskreis kommt ein Kind dann unwiderruflich an den Punkt, an dem es sich selbst nichts mehr zutraut und seine Lernmotivation gänzlich verliert. Diese dann wieder aufzubauen ist sehr mühsam und gelingt nicht immer.

 

 

 

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