So viel Nein muss sein!

Streit um ComputerspieleDer Streit um Computerspiele führt in vielen Familien zu Dauerstress. Warum gerade Jungen hier so maßlos sind - und wie Eltern es schaffen, Grenzen zu ziehen, erfahren Sie hier.

Wie unterschiedlich Mädchen und Jungen mit Computerspielen umgehen, lässt sich an aktuellen Studienergebnissen (KIM-Studie 2008 + JIM-Studie 2009 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest) ablesen:

Die Hälfte der sechs- bis zwölfjährigen Mädchen gibt an, mindestens einmal in der Woche ein Computerspiel zu spielen, unter den Jungen sind es fast drei Viertel. Bei den Jugendlichen (zwölf bis 19 Jahre) sagen 24 Prozent der Mädchen, dass ihnen Computerspiele wichtig oder sogar sehr wichtig sind, aber 65 Prozent der Jungen. Und auch, was Jugendliche spielen, klafft auseinander: Mädchen lieben Strategiespiele, bei Jungen liegen Action- und Ballerspiele vorne. Diese Faszination ist so groß, dass 82 Prozent der Jungen zugeben, schon einmal ein Spiel gespielt zu haben, das für ihr Alter nicht freigegeben war. Bei den Mädchen sind es 38 Prozent.

Was fasziniert Jungen an den Spielen so viel mehr als die Mädchen? "Das was entwicklungspsychologisch ganz normal ist", sagt die Medienpädagogin Claudia Phillipp von der Computerschule Das Lernstudio Wattenscheid. "Jungen suchen andere Dinge als Mädchen: Sie wollen sich beweisen, auch in Auseinandersetzungen, sie sind fasziniert von Helden - das alles bieten Computerspiele." Zudem lassen moderne Computerspiele Raum und Zeit vergessen. Deshalb sind viele Jungs so schwer vom PC wegzukriegen. Aber Nachgeben macht niemanden glücklich: das Kind nicht, weil es starke Eltern will und braucht. Die Eltern nicht, weil sie das ständige Spielen mit Sorge und Ärger betrachten.

Was tun? Erst dreimal Ja sagen:

Ja - zur eigenen Überzeugung: Sie möchten, dass Ihr Kind lernt, zu seinen Überzeugungen zu stehen? Machen Sie es ihm vor! Werden Sie sich selbst klar darüber, was Ihr Kind darf und was nicht, sprechen Sie in Ruhe mit ihm darüber, und dann bleiben Sie dabei. Sie können sich dabei vom PC helfen lassen: Seit Windows Vista lässt sich für jeden User ein Profil erstellen - mit festgelegten Nutzungzeiten pro einzelnem Wochentag. Danach schaltet sich das Nutzerprofil von selbst ab.

Ja - zu Alternativen: Wenn ein Kind den PC oder die Spielekonsole ausschalten und sich stattdessen mit den Eltern vor den Fernseher setzen soll, fragt es sich zu Recht, wo der Unterschied liegt. Es braucht Alternativen, bei denen es sich beweisen kann, sei es beim Sport oder bei gemeinsamen Aktivitäten mit Eltern, Geschwistern und Freunden.

Ja - zur Beschäftigung mit Computerspielen: Nur wer die Lieblingsspiele seines Kindes kennt, weiß, wo es sich besser unterbrechen lässt und wo nicht, und kann so rechtzeitig vorwarnen, dass die Zeit für den nächsten Schritt nicht mehr reicht. Oder auch mal mitspielen und zeigen, dass man die Interessen des Kindes ernst nimmt.

Und jetzt drei wichtige Neins:

Nein - zu unkontrollierten Spielzeiten: Auch wenn Ihr Kind protestiert: In Wirklichkeit tut es ihm gut, zu spüren, dass es seinen Eltern nicht egal ist, womit es seine Zeit verbringt.

Nein - zu Spielen die nicht altersgemäß sind: Auch wenn "alle anderen" Spiele spielen dürfen, für die sie laut USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) noch zu jung sind: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Alternsangaben nicht frei verhandelbar sind.

Nein - zu Spielen mit Suchtpotenzial: Online-Rollenspiele wie "World of Warcraft" sind gefährlich für Jungen. Es gibt genug Spiele, die auch offline reizvoll sind.

In unseren Computerkursen für Kinder unterstützen wir Ihr Kind dabei, aktiv eine eigene sinnvolle Medienkompetenz zu entwickeln und den Gefahren im Umgang mit dem Computer vorzubeugen. Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne.

Weitere Informationen zu diesem Thema  unter www.schau-hin.info

 

 

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