PCs in der Ecke
Laut Pisa-Studie 2003 nutzen deutsche Schüler unter Gleichaltrigen aus 25 Ländern den Computer im Unterricht am wenigsten.
Nur auf dem ersten Blick sind Deutschlands Schulen in der virtuellen Moderne angekommen. 98 Prozent aller Schulen verfügen über Computer für den Unterricht. Zwei Drittel dieser Rechner sind mit dem Internet verbunden. Die Ausstattung mit Geräten wie Scanner, DVD-Player, Digital-kamera, Videobeamer oder elektronische Tafeln steigt von Jahr zu Jahr. Allein im Rahmen der Bundesregierungs-initiative „Schulen ans Netz“ flossen seit dem Jahr 2000 über 50 Millionen Euro in die Hard- und Software-Ausstattung deutscher Schulen.
Pädagogisch genutzt werden PCs dagegen selten. Konzepte zur Nutzung im Unterricht sind immer noch Mangelware, und die Lehrer werden kaum geschult. Nur jeder fünfte deutsche Schüler arbeitet regelmäßig in der Schule am PC. Dabei könnte der Computer dazu genutzt werden, den Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten und die Schüler an selbständiges Arbeiten heranzuführen. Office-Programme, Internet-Recherchen, Power-Point-Präsentationen sollten den Alltag der Schüler bestimmen, wie im späteren Arbeitsleben.
Mit Hilfe der Technik, so hoffen Experten, könnte sich an den Schulen auch eine neue Pädagogik durchsetzen, weg vom lehrerzentrierten Frontalunterricht, hin zu moderierter Einzel-, Gruppen- und Partnerarbeit. Gerade im Hinblick auf die Ganztagsschule wird das projektbezogene, fächerübergreifende Lernen außerhalb des starren 45-Minuten-Schemas immer wichtiger. Der Computer stellt ein wichtiges Hilfsmittel dar, um Ergebnisse zu erarbeiten, zu sichern und spannend zu präsentieren.
Wenn der Rechner falsch eingesetzt wird, kann der Einsatz auch kontraproduktiv sein. Es wäre Unsinn, die Kinder in die Schule zu holen, um sie dort am Computer alleine ein Lernprogramm durcharbeiten zu lassen. Unterricht ist Kommunikation, mit oder ohne Computer.
Zuletzt aktualisiert am 13.04.10 16.03.10

